Kunstausfahrt nach Tiefenbronn
Geschrieben von: Kunstverein Fellbach
Am Samstag, den 18. September 2010, veranstaltet der Kunstverein von 13.00 Uhr bis
gegen 20.00 Uhr eine Kunstausfahrt mit dem Bus von Fellbach nach Tiefenbronn im
Würmtal. Unter der Führung von Dr. Heribert Sautter findet dort eine Besichtigung der
gotischen Pfarrkirche Maria Magdalena statt. Sehenswert sind neben der äußeren
baulichen Gestaltung vor allem die Wandmalereien und Glasfenster.
Tiefenbronns Ruhm jedoch sind seine Altäre und - als wichtigstes Stück des Kirchen-
schatzes - die um 1500 entstandene Hostien-Monstranz, die wegen ihres Reichtums
an Formen und Figuren als das bedeutendste Werk dieser Gattung aus der Spätgotik
eingestuft wird.
Nach einem Abstecher zur ebenfalls gotischen Friedhofskapelle in Tiefenbronn-Neuhau-
sen stärken wir uns abschließend in einem der guten Gasthöfe des Ortes bis zur Rück-
fahrt. Gegen 20.00 Uhr werden wir wieder am P 3, Esslinger Straße in Fellbach ein-
treffen.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10.00 Euro, ermäßigt 8.00 Euro. Die Kosten der Abend-
Einkehr im Gasthof sind selbst zu tragen. Abfahrt 13.30 Uhr am P 3, Esslinger Straße.
Anmeldung unter Tel. 51 11 28 (B. Kuhn) oder 57 19 293 (Dr. K. Matzen).
Jontef bringt den Himmel und das Publikum im Kunstvereinkeller zum Weinen und Lachen
Geschrieben von: Caro
Das Auf und Ab jüdischen Lebens treffend in Musik übersetzt
Fellbach. Jontef bringt den Himmel und das Publikum im Kunstvereinkeller zum Weinen und Lachen. Von Eva Herschmann
Michael Chaim Langer, Sänger und Schauspieler, ist der Spaßmacher, Zeremonienmeister, Sänger und Moralprediger von Jontef. Und als einziges Mitglied der Klezmer-Gruppe, der in Israel geboren ist, darf er sich "Badchen" nennen, der jiddische Name für das, was im Oberbayerischen ein Hochzeitslader ist.
Ihm zur Seite stehen Joachim Günther, dessen Finger virtuos über die Tasten des Akkordeons tanzen und der auch mit der Klarinette begeistert, Wolfram Ströle, der mit seiner Violine betört, hin und wieder auch die Gitarre zupft, sowie Peter Falk, der eine leidenschaftliche Beziehung mit seinem Kontrabass pflegt.
Jontef heißt übersetzt Feiertag, und das Quartett hat mit ihrem Konzert im Keller des Kunstvereins den Samstag zu einem Festtag für das Publikum gemacht.
"Der Himmel lacht" haben die Vier ihr Jubiläumsprogramm überschrieben, das 2008, anlässlich ihres 20-Jahr-Bühnenjubiläums Premiere hatte, und das sie nun zum ersten Mal in Fellbach präsentierten.
Jontef taucht ein in die typischen Klangwelten der Klezmer-Musik. Aber Jontef ist noch weit mehr, es ist Kleinkunst, Theater. Das Quartett lässt mit Tönen und Worten das jüdische Stetl auferstehen, in dem es vor Charakterschädel und Geschichten nur so wimmelt.
Jeder Zentimeter im vollbesetzten Keller war bestuhlt. Die Gäste in der ersten Reihe klebten beinahe an der Bühne, und ihre Knie stießen fast schon gegen das Podest. Aber auch die weiter entfernt Sitzenden hingen wie gebannt an den Lippen von Michael Chaim Langer. Er hatte in der Heilbronner Anatevka-Inszenierung den Tevje gespielt und setzte sein schauspielerisches Talent auch beim Vortrag der gesungenen und gesprochenen Texte ein.
Die Klasse der Musiker, die schon mit dem Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg und dem Preis der internationalen Bodensee-Künstlerbegegnung ausgezeichnet wurden, erweckte die Instrumente zum Leben. Und voller Leben und Farben von kunterbunt bis alle Schattierungen von Grau, sind auch die Geschichten, die Jontef in ihren Liedern erzählen. Wenn die Stimme von Michael Chaim Langer mal verstummt, juchzen und schluchzen Geige oder Klarinette.


